JüngerJesu

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Gottes Antwort auf menschliches Leid

Die Geschichte, die in dem Buch und in dem Film „Die Hütte“ erzählt wird, gibt eine Antwort auf diese Frage.

Wir erzählen hier diese Geschichte in Kurzform und mit eigenen Worten. Deshalb müssen die Textstellen auch in der vorliegenden Weise gekennzeichnet werden.

Ein Familienvater kann bei einem Ausflug an den geliebten See seinen Sohn im aller letzten Moment vor dem Ertrinken retten. Während dessen bleibt seine jüngste Tochter am Ufer alleine zurück. Sie war mit Malen beschäftigt. Bei der ganzen Aufregung achtete keiner auf sie. Offenbar nutzte ein Fremder diese Situation aus, um sie zu entführen (vgl.S.73). Nach einer umfangreichen Suchaktion durch die Polizei wird klar, dass die Kleine entführt und umgebracht wurde (vgl.S.55, 61-80, 82).

In seinem Schmerz gibt er Gott die Schuld an dem Leid. Gott hätte sie doch beschützen müssen, wenn er selbst das in dem Moment nicht konnte (vgl.S.116). Aber eigentlich gibt er Gott die Schuld an allem Leid auf der Welt (vgl. S. 99, 205, 209). Ohnehin war sein Verhältnis zu Gott nicht besonders gut – ganz im Gegensatz zu seiner Frau, die Gott sogar liebevoll „Papa“ nennt (vgl.S.48).

Seine Kindheit war sehr schwierig, weil sein Vater trank und dann gewalttätig wurde. In seiner Verzweiflung entschied er sich schon sehr früh, sein Zu Hause zu verlassen und sich so durchzuschlagen (vgl. S.11). Auf seinem Lebensweg studierte er sogar Theologie und Philosophie, hatte aber bald genug davon. Man brachte ihm dort allerdings bei, dass Gott die Nähe der Menschen inzwischen meidet. Gott könne man nur durch theoretische Schriften aus Büchern erfahren und das auch nur nach spezieller Auslegung (vgl. S.11/12 und 83/84). Trotzdem redet er gerne über Gott und die Schöpfung. Wenn er mit seiner Familie in die Kirche geht, fühlt er sich aber nicht wohl (vgl. S.13/14).

Seine kleine Tochter ist ein sehr aufgewecktes Kind. Die Familie macht einen letzten Sommerausflug. Auf dem Weg dorthin kommen sie wie immer an einem beliebten Wasserfall vorbei und er muss ihr und den anderen Kindern immer eine bestimmte Geschichte erzählen. So auch dieses Mal. Die Geschichte handelt von einem Volk, das sehr krank war. Nur wenn sich ein Mensch aus dem Volk opfern würde, konnte es geheilt werden. Eines Nachts zögerte die Tochter des Oberhauptes deshalb nicht und sprang von diesem Wasserfall in die Tiefe. Am folgenden Tag war das Volk geheilt. Weil seine kleine Tochter auch sehr wissbegierig ist, stellt sie viele Fragen. Zum einen, warum das Mädchen in der Geschichte sterben musste. Und auch ob Jesus wirklich gestorben ist und warum. Es fällt ihm nicht leicht zu antworten, aber er sagt ihr, dass Jesus, also Gottes Sohn die Menschen auch von einer Krankheit rettete, weil er sich freiwillig opferte (vgl.S.39-42).

Er vergräbt seinen Schmerz über die Jahre, bis Gott ihn auf wundersame Weise durch einen Brief zu einem bestimmten Treffpunkt einlädt und den Brief mit Papa unterschreibt (vgl.S.98). Voller Zweifel und Misstrauen, aber auch Neugier und Mut, macht er sich auf den Weg (vgl.S.21/22 , S.55-67 und 91). Dort angekommen plagen ihn erneut Zweifel. Er ist aber auch wütend, weil er sich von Gott im Stich gelassen fühlt. Nach einiger Zeit des Wartens stellt er für sich fest, dass Gott ihn würde suchen müssen. So wichtig kann er denn doch nicht für Gott sein, dass der ihn tatsächlich treffen will. Als er sich gerade auf den Rückweg macht, spürt er plötzlich einen Hauch warmer Luft. In wenigen Minuten taut der Schnee und es wird um ihn herum Frühling (vgl.S.101). Die alte Hütte sieht plötzlich wohnlich und einladend aus (vgl.S.102).

Gleichzeitig zweifelt er an seiner Wahrnehmung und meint, er hätte eine Art Psychose. Das konnte doch niemals real sein (vgl.S.103).

Er will wieder weglaufen, denkt sich aber, dass das unsinnig wäre, wenn in dieser Hütte wirklich Gott ist (vgl.S.103,104). Dann packt ihn aber wieder die Wut und er will gerade energisch klopfen und eintreten, da öffnet Gott die Tür und spricht ihn an. Im selben Moment wird er überschwänglich begrüßt, weil Papa sich so sehr freut, ihn endlich zu sehen (vgl.S.104). Er ist völlig überrumpelt und durcheinander, freut sich aber auch, weil er dieser Herzlichkeit nicht widerstehen kann (vgl.S.105).

Er ist zwar immer noch wütend, kann sich aber eines großen Gefühlsausbruches nicht erwehren, weil Gott ihn so sehr berührt. Dennoch reißt er sich zusammen, weil er seine Gefühle nicht rauslassen will. Denn Gott erscheint ihm als Frau, was ihn zusätzlich irritiert. Sie versteht das und gibt ihm Zeit (vgl.S.105).

Außerdem ist er ja immer noch wütend, weil er Gott die Schuld an seinem und Missys Leid gibt. Papa versteht das alles und sagt ihm, dass er ihn eingeladen hat, um ihn von seinem seelischen Schmerz zu heilen und damit auch von seiner Wut (vgl.S.116).

Erst muss er aber Papa als den allmächtigen Gott akzeptieren, der ihm aus ganz bestimmten Gründen als Frau erscheint (vgl.S.117). Das fällt ihm erst sehr schwer, da ihn erst noch seine sehr tief sitzenden religiösen Vorstellungen beherrschen, wie Gott wohl aussieht (vgl.S.118). Sie aber möchte ihm als Papa der Vater sein, den er nie in seinem Leben hatte; wenn er das so anzunehmen vermag (vgl.S.115). Und wenn ihm Papa als Vater erscheinen würde, könnte er ihn wohl noch weniger akzeptieren durch seine Erfahrung als Kind mit seinem eigenen Vater (vgl.S.118).

Er würde Papa gern glauben. Doch weil er der Meinung ist, dass Gott dieses Leid und den ganzen Schmerz nicht verhindert hat, vertraut er ihm nicht (vgl.S.116). Und deshalb sieht er in diesem Treffen noch keinen Sinn und möchte Papa am liebsten wieder verlassen. Er hätte die Freiheit dafür, denn Papa will keine Gefangenen. Doch seine Neugier ist zu groß auf die Dinge, die ihn erwarten. So entscheidet er sich doch, zu bleiben. Papa versucht ihm weiter zu erklären, wo die Wurzel seines Problems liegt (vgl.S.119). Er wurde nämlich aus Liebe als Mensch erschaffen (vgl.S.124), lebt aber nicht so, dass er sich auch geliebt fühlt. Stattdessen möchte er Recht haben mit dem, was er für gut und richtig hält. Wenn ihm dieses Recht aber streitig gemacht wird, dann wird er schnell wütend und verliert den Blick für das Gute, für Gottes Liebe.

Er braucht eine Weile, bis er erkennt, dass er auf der Welt ist, um geliebt zu werden und soll auch genauso leben (vgl.S.127).

Er fühlt bereits eine ungewohnte Sicherheit bei Papa, auch wenn er Vieles noch nicht versteht. Papa erklärt ihm auch, dass es nur deshalb Liebe gibt, weil er – Gott – Liebe ist (vgl.S.128). Langsam versteht er, dass er Papa vertrauen muss. Dazu muss er ihn besser kennenlernen, ohne alles verstehen zu wollen, weil das kein Mensch kann. Noch aber hat er kein Vertrauen. Er soll ja Papa auch nicht gänzlich verstehen, weil das nicht der Sinn der Liebe zwischen Gott und seinen Geschöpfen ist. Aber der Mensch soll Gott durchaus gut kennen (vgl.S.124). Im Moment fühlt er nur, dass ihm Papas Gegenwart und seine Worte gut tun (vgl.S.129).

Auch das Geisteswesen (der Heilige Geist) spielt bei seiner Heilung eine entscheidende Rolle. Es stellt ihn vor die Tatsache, Richter sein zu wollen über gut und böse, gerecht und ungerecht. Er gibt zu, selbst entscheiden zu können, was gut für ihn sei und was nicht nach seinen eigenen Maßstäben (vgl.S.169-171). Da aber auch alle anderen Menschen auf der Welt so denken, gibt es ein ziemliches Durcheinander, Wut, Zorn und Streit, weil jeder meint, in der einen oder anderen Situation im Recht zu sein. Und weil auch er so denkt, hält er Gott auch nicht für gut, weil dieser sein ganz persönliches Leid zugelassen hat (vgl.S.199). Deshalb fühlt er sich nicht geliebt und hat ein schlechtes Selbstwertgefühl. Er muss endlich aufhören, im Recht sein zu wollen und auf Gott vertrauen. Seine Tochter wurde von Gott geliebt und deshalb war Gott die ganze Zeit trotz ihres Leides bei ihr. Gott hat sich beschützt, nicht weil sie ein Recht darauf hatte, sondern weil sie geliebt wurde. Gott machte ihr das Leid erträglicher, so schlimm es auch für sie war (vgl.S.173).

Dann kommt er mit Jesus ins Gespräch und lernt ihm zu vertrauen, in dem er mit ihm gemeinsam über den See läuft. Erst zögert er natürlich, aber dann wird er mutig und folgt Jesus, nachdem der ihm klargemacht hat, dass er Angst hat durch eine falsche Vorstellung von den Dingen. Er soll mehr in der Gegenwart leben, als sich zu sorgen über das Kommende (vgl.S.177-181). Er lernt, dass Jesus ganz Gott aber auch ganz Mensch ist. Das ist das große Wunder Gottes (vgl.S.142). Durch Jesus finden die Menschen zum allmächtigen Gott.

Im eigentlichen Sinn der Schöpfung brauchen die Menschen keine Hierarchien und keine gesellschaftlichen Strukturen. Sie müssen einfach nur alles tun mit Gott. Weil Gott den Menschen aus Liebe den freien Willen geschenkt hat, richten sich viele Menschen aus dem Streben nach Unabhängigkeit nicht nach seinem Willen. Erst dadurch braucht es eine gesellschaftliche Ordnung. Ohne diese Ordnung würden Menschen andere Menschen ausnutzen. Gott aber wird nie einen Menschen ausnutzen (vgl.S.154 bis 157).

Er hätte sich gerne noch weiter mit Jesus unterhalten. Aber es ist Zeit für eine Verabredung. Zu der muss er alleine gehen. Aber Jesus bleibt natürlich im Geiste bei ihm. Nach kurzem Zaudern folgt er Jesu Anweisung bis zu einer Felswand. Inzwischen vertraut er Jesus und geht weiter. Ganz leicht kann er durch die Wand gehen und gelangt in eine dunkle Höhle (vgl.S.190 bis 193). Ein schwaches Licht zeigt ihm dort den Weg, an dessen Ziel die Weisheit auf ihn wartet, die im helfen will. Sie erkundigt sich zunächst, wie sehr er seine Kinder liebt und welches seiner Kinder er am meisten liebt. Sie stellt nun fest, dass er wohl nicht der Meinung ist, dass auch Gott seine Kinder liebt. Er bestätigt das und soll sich nun selbst auf den Richterstuhl setzen (vgl.S.196 bis 199). Doch er sträubt sich und meint, er wäre als Richter nicht geeignet. Aber die Weisheit lässt nicht locker und fordert ihn erneut auf, Richter zu sein. Nun soll er über Menschen richten, die Böses getan haben und er richtet schnell über all die Menschen, die sie ihm nennt. Er spricht dabei sogar Gott schuldig, weil der das Böse zugelassen hat und zulässt (vgl.S.204 bis 205. Nun soll er aber auch über seine Kinder richten. Er soll entscheiden, welches in den Himmel darf und wer in die Verdammnis geschickt wird. Er weigert sich, das zu entscheiden. Aber er muss entscheiden. Da entscheidet er, nicht mehr Richter sein zu wollen. Statt seiner Kinder möchte er sich selbst opfern. In dem Moment begreift er, wie Gott ist. Gott liebt alle Menschen und war bereit sich am Kreuz zu opfern (vgl.S.207 bis 210). Nach diesem Eingeständnis darf er seine Tochter sehen und erkennen, dass es ihr gut geht bei Gott (vgl.S.211 bis 213).

Und wenn Gott richtet, dann tut er es nicht, um zu bestrafen, sondern um alles wieder in Ordnung zu bringen, was die Menschen durcheinander gebracht haben (vgl.S.197-198).

Als letzte Angelegenheit soll er nun auch noch verzeihen. Wieder kocht er voller Wut gegen diesen bösen Menschen und wünscht ihn in die Hölle. Aber Gott sagt ihm, was und wie er es tun soll. Denn auch dieser Mensch ist Gottes Sohn und Gott möchte ihn erlösen (vgl.S.287). Nach einigem Zögern beginnt er auszusprechen, dass er ihm verzeiht. Immer und immer wieder. Auch wenn er immer noch wütend ist (vgl.S.290/291).

Dann gibt ihm Papa noch die Gelegenheit, seine kleine Tochter zu begraben, weil Gott weiß, wo sie liegt (vgl.S.293 bis 299).

Obwohl er sehr gerne bei Papa geblieben wäre, entscheidet er sich doch, zu seiner Familie zurückzukehren (vgl.S.301).

Als Papa, Jesus und der Heilige Geist nicht mehr da sind, erscheint die Hütte wieder als verfallene Bruchbude. Alles ist wie vorher. Aber in ihm ist ein tiefer innerer Frieden eingekehrt. Und er weiß jetzt natürlich, dass es kein Abschied war, denn Gott ist schließlich immer da (vgl.S.303/304). Noch beeindruckt von dem gerade Erlebten und bemerkt er auf seiner Rückfahrt einen Autofahrer nicht, der ihm die Vorfahrt nimmt. Er landet schwerverletzt in einem Krankenhaus (vgl.S.304). Als er langsam zu sich kommt, kann er sich nur wage an das Geschehene erinnern (vgl.S.304). Aber als sein Freund den Brief erwähnt kommen seine Erinnerungen wieder zurück (vgl.S.310). Bei seiner Frau entschuldigt er sich erst einmal, weil er ihr nichts von seinem Ausflug zu der Hütte nichts gesagt hatte. Seine weitere Geschichte erscheint ihr erst nicht glaubhaft und sie meint, dass er nicht ganz klar sei wegen der Medikamente, die er gegen seine Schmerzen bekommen hatte. Aber dann glaubt sie ihm doch, weil seine Schilderungen so außergewöhnlich sind und er sich total verändert hat. Außerdem erzählt er seine Erlebnisse sehr genau im Detail, dass wirklich alles so geschehen sein muss (vgl.S.312 und 314). Danach redet er alleine mit seiner größeren Tochter, die ihm mit dem Paddel vom Boot aus zugewunken hatte und seine Rettungsaktion nötig gemacht hatte und erklärt ihr, dass sie keine Schuld hat am Tod der Schwester. Damit nimmt er ihr eine große Last (vgl.S.313).

Nach seiner Genesung hilft er der Polizei den Mörder zu finden und sagt im Prozess gegen ihn aus. Er wünscht sich dann noch eine persönliche Begegnung mit dem Mann, was ihm aber vorerst noch verwehrt wird (vgl.S.318).

Nachbetrachtung: Hat dieser Familienvater wirklich alles so erlebt? Oder war es doch nur ein Traum?

Wir wissen, dass uns Gott auch in unseren Träumen erscheint. Es gibt dafür Beispiele in der Bibel. Aber Wirklichkeit oder Traum – die Wahrnehmung von uns Menschen ist doch nur eingeschränkt objektiv, weil wir die Welt mit unserer menschlichen Begrenztheit sehen. Manchem zeigt Gott etwas mehr von seiner Liebe durch private Offenbarungen.

Und was macht eigentlich wahres Menschsein aus? Das hat uns Jesus Christus vorgelebt. Es kommt immer auf unser Herz an. Wir sollen immer in seiner Liebe leben, damit er der Mittelpunkt in unserem Leben sein kann. Dann kann Gott auch aus jedem Leid etwas Gutes bewirken.

JüngerJesu und Alexander Thon

Quelle: Die Hütte, Autor: William Paul Young Verlag: Ullstein-Buchverlag

für die deutsche Ausgabe: Sonderausgabe im Ullstein Taschenbuch 1. Auflage März 2017, 4. Auflage 2020