Die Lectiogruppe 

In der Fastenzeit 2015 wurde in unserer Gemeinde ein Glaubenskurs angeboten:

„Lectio divina – lectio communis“

Es kamen viele Interessierte, so dass die Bildung von zwei Gruppen erforderlich wurde.

Pfarrer Stegemann führte uns in die Grundlagen der lectio divina ein und wir übten wochenlang diese Art der geistlichen Schriftlesung, die im Wesentlichen in vier Schritten erfolgt:

  1. Die Lesung – Das aufmerksame Lesen eines Abschnittes aus der Bibel -> das Vernehmen des Wort Gottes
  2. Die Meditation – es wird ein Vers ausgewählt, der besonders angesprochen hat und dieser wird nun meditiert -> das Nachdenken darüber
  3. Das Gebet – im Gebet folgt die persönliche Antwort auf die Anrede Gottes
  4. Die Kontemplation – das Verweilen im Dialog mit Gott

Der Kartäusermönch Guigos II. bezeichnete einst die lectio divina als „Leiter zu Gott“.

Von dieser Art der Schriftlesung waren einige von uns so angetan, dass wir sie beibehalten wollten.

Wir bildeten die „Lectiogruppe“.

Um die ganze Bibel kennenzulernen, lesen wir fortlaufend die Bücher des Alten und des Neuen Testamentes; jeder liest für sich jeden Tag einen bestimmten Abschnitt.

Worte, die besonders ansprechen, werden notiert. Einmal im Monat trifft sich die Gruppe, um sich auszutauschen.

Nach Gebet, Lied und einem geistlichen Wort darf jeder die für ihn wichtigen Erkenntnisse mitteilen.

Es wird dabei die entsprechende Stelle aus der Schrift vorgelesen und die damit im Zusammenhang stehenden Gedanken vorgetragen.

Es ist für jeden ein Gewinn,

darauf zu hören.

Oft sind es dieselben Schriftstellen und doch wird aufgrund der persönlichen Situation des einzelnen eine andere Erfahrung gemacht.

Wohltuend ist es, dass jeder sein darf, wie er ist.

Das jeweils Gesagte wird angenommen, aber nicht zerredet bzw. korrigiert.

Aufkommende sachliche Fragen, die dem besseren Verständnis dienen, werden allerdings in der Gruppe besprochen.

Zum Abschluss des Treffens wird wieder gemeinsam gesungen und gebetet.