Einweihung der Kirchenfenster

     
  "Vom Dunkel zum Licht"

Einweihung der Kirchenfenster von Heilige Dreifaltigkeit

(n. Artikel der Kath. Sonntagszeitung v. 8./9.10.2005)

BRANDENBURG/HAVEL "Vom Dunkel zum Licht Die Erschaffung der Welt, mit diesem Entwurfsthema hatte der Londoner Glaskünstler Graham Jones den Wettbewerb zur Gestaltung der sanierten Fenster der Dreifaltigkeitskirche in Brandenburg an der Havel gewonnen.

Am Nachmittag des 1. Oktober weihte Georg Kardinal Sterzinsky die ersten fertiggestellten sieben Fenster mit einer festlichen Segnung ein.

"Selten sind in schwerer Zeit, in der Kirche, dem Feierraum des Göttlichen, Fensterweihen", so eröffnete der Kardinal den Gottesdienst. Vom Thema des Künstlers leitete er zu den Worten des Kolosserbriefes über: "Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen!" Aus Gottes Urwort entspringe Herzlichkeit, Wärme, Liebe und Licht, in Christus gipfelnd: "Bleibt im Licht der Schöpfung, in Gottes Sohn."

Großzügige Spender

Neben Kardinal Sterzinsky begrüßte Pfarrer Richard Rupprecht die Ehrengäste, die Gemeindemitglieder mit ihrem Bauverein unter der Leitung des Architekten Martin Braunschweig sowie die Unterstützer des Vorhabens.

Sein Dank galt allen, die finanzielle Zuwendungen zum Beispiel aus Familienfeiern oder ähnlichen Anlässen für die neuen Kirchenfenster eingesetzt haben ohne dabei soziale Zwecke zu vernachlässigen oder Steuermittel zu beanspruchen.

So dankte Pfarrer Rupprecht unter anderem dem Brandenburger St. Marien Krankenhaus, der Stiftung Maßwerk, der Partnergemeinde St. Martin in Kaiserslautern, der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und auch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann. Sie hatte anlässlich ihres 50. Geburtstags Spenden für die Fenster erbeten und diese dann auf 5500 Euro aufgerundet. Insgesamt haben die Spenden die Finanzierung der bisher fertigen Bilder ermöglicht, pro Fensterbild sind das etwa 9000 Euro.

Am Schluss der Segnung würdigte Oberbürgermeisterin Tiemann die Arbeit des anwesenden Glaskünstlers Graham Jones als "Ehre für die Stadt". Sie dankte dem Bauverein und der Dreifaltigkeitsgemeinde für die Aufwertung des Stadtentwicklungsbereiches durch dieses Kunstwerk, in der Nachbarschaft zum St. Pauli Kloster, dem aus Ruinen jetzt entstehenden Museum für Ur- und Frühgeschichte des Landes Brandenburg.

Auch der Künstler Graham Jones dankte den Spendern. Er sei glücklich über die Gelegenheit, durch die Zahl der Fenster "in den Menschen Dankbarkeit für Gottes Schöpfung zu wecken".

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Johanna Wanka, stellte in ihrem Schlusswort die Fensterweihe als "kulturelles Ereignis des Landes" heraus. Sie bezeichnete es als Glück für den Künstler und als Seltenheit, hier in einem großen Auftrag der modernen Kunst Ausdruck zu geben.

Die bereits eingebauten Fenster erfüllten den Kirchenraum mit farbig mildem Licht und ließen ihre Wirkung bei Sonnenschein erahnen. "Jetzt ist unsere Kirche wieder eine richtige Kirche", sagte eine junge Mutter begeistert. Immer wieder kam während des anschließenden Gemeindefestes bei den Gesprächen die anregende Wirkung der modern ausdruckstarken farbigen Bilder des in Teilen fertigen Schöpfungszyklus zum Ausdruck.

Den Abschluss bildete am späten Nachmittag ein Festkonzert mit dem Jugendkammerorchester der Musikschule Brandenburg unter der Leitung von Iris Simone Au. Dem Schöpfungsthema der Fenster folgend, wurde die Darbietung von Lesungen aus der Genesis eingeleitet. Die Jugendlichen bekamen viel Applaus und bedankten sich mit zwei Zugaben.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde auch außerhalb der Kirche die Wirkung der von innen erhellten neuen Kirchenfenster sichtbar. Bis einschließlich 9. Oktober wird die Dreifaltigkeitskirche deshalb jeweils bis 21 Uhr von innen beleuchtet.

Finanziell zuversichtlich

Die Kirche Heilige Dreifaltigkeit ist der älteste katholische Kirchbau nach der Reformation und wurde 1851 geweiht. Den bisherigen schlichten Innenraum konnte Graham Jones mit seiner dem Raum angepassten charakteristischen Lösung aufwerten. Dabei nutzte er die Unterstützung der Derix Glasmanufaktur in Taunusstein bei Wiesbaden.

Im Frühsommer dieses Jahres besuchte ihn dort eine größere Gruppe aus der Dreifaltigkeitsgemeinde unter Leitung von Pfarrer Rupprecht und informierte sich über Materialien und Techniken bei Jones' künstlerischer Arbeit. Dazu gab es Gelegenheit, Werke des Meisters in der Heilig Geist Kirche von Friedberg bei Frankfurt/Main zu sehen.

Nach der Einweihung der ersten Glasfenster ist die Gemeinde nun zuversichtlich, auch die noch fehlenden ca. 25 000 Euro zur Deckung der Gesamtkosten in Höhe von rund 110 000 Euro aufbringen zu können.

Joachim Klauss

 
     
aktualisiert am 10.10.05